Kritiken

Die Huppert als Maria Stuart

Foto: Lucie Jansch

Isabelle Huppert spielt Maria Stuart
Reden gegen den Lärm der Welt
Deutschlandfunk, Kultur Heute, 23.05.2019 → Beitrag hören
Deutschlandfunk Kultur, Fazit – 22.05.2019

1993 feierten Bob Wilson als Regisseur und Isabelle Huppert als Akteurin mit „Orlando“ einen großen Erfolg. Der afro-amerikanische Romancier Derryl Pinckney hatte damals Virginia Woolfs Text adaptiert. Nun finden Autor, Regisseur und die Schauspielerin wieder zusammen: „Mary said what she said“ wird am Pariser Théâtre de la Ville uraufgeführt. mehr…


Ein Hotelzimmer und ein Mord aus Leidenschaft

Foto: Alain Willaume

Wajdi Mouawads „Fauves“ in Paris uraufgeführt
Das Raubtier in uns
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 10.05.2019 → Beitrag hören

Der im Libanon geborene Autor Wajdi Mouawad hat immer wieder seine traumatisierenden Erfahrungen im Bürgerkrieg in großen epische Erzählungen verarbeitet. Sein neues Stück „Fauves“ („Raubtier“) erzählt von der Macht des Verdrängten. Das Pariser Théâtre National de la Colline betreibt Traumaforschung. mehr…


Ensemble im Plastikstrohalm-Dekor

Foto: David Baltzer

„Schwarze Ernte“ am HAU Berlin
Öl und Terror
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 06.05.2015 → Beitrag hören

Wie hängen Erdölgewinnung, Religion und internationaler Terrorismus zusammen? Das Dokumentartheater-Duo Regine Dura und Hans-Werner Kroesinger hat mit „Schwarze Ernte“ eine Parabel auf globale Verknüpfungen geschrieben. Im Hebbel am Ufer in Berlin wurde „Schwarze Ernte“ nun uraufgeführt. mehr…


Kassandra und Agamemnon vor dem Ruinen Mossuls

Foto: Fred Debrock

Theater im Krisengebiet
„Orest in Mossul“
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 18.04.2019 → Beitrag hören
Deutschlandfunk Kultur, Fazit – 17.04.2019 → Gepräch hören

In Milo Raus neuem Theaterstück treffen griechische Tragödie und aktuelle politische Konflikte aufeinander. Dabei zeigt sich: Frieden und Versöhnung gibt es nur auf Kosten von Gerechtigkeit, egal ob im antiken Drama oder dem vom IS befreiten Mossul. mehr…


Vier schwarze vier weiße Akteure bilden das Ensemble

Foto: Michiel Devijver

Belgiens koloniales Erbe am Stadttheater NTGent
Über die Unmöglichkeit, eine grausame Geschichte zu fassen
Deutschlandfunk Kultur, Fazit – 16.03.2019 → Gepräch hören
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 17.03.2019 → Beitrag hören

Nach dem aufsehenerregenden Dekolonisationsfestival am Stadttheater NTGent will nun der Regisseur Luk Perceval die Geschichte und Identität Belgiens in einer Trilogie verarbeiten. Der erste Teil befasst sich mit dem kolonialen Erbe im Kongo. mehr…


Der Leiter des Straßburgrt Theaters spielt selbst das Solo

Foto: Jean-Louis Fernandez

Uraufführung von „Qui a tué mon père“
Todesopfer des Sozialabbaus
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 13.03.2019 → Beitrag hören

Der junge Autor Édouard Louis, Arbeiterkind und Shootingstar der französischen Literatur, klagt an: Politik und Sozialabbau hätten seinen Vater getötet. Sein Buch „Qui a tué mon père“ ist im Januar auf Deutsch erschienen. Stanislas Nordey bringt den Roman nun in Paris auf die Bühne – und spielt selbst. mehr…


Adjani am Rande des Nervenzusammenbruchs

Foto: Simon Gosselin

„Opening Night“ mit Isabelle Adjani
Die gejagte Diva
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 12.03.2019 → Beitrag hören

John Cassavetes hatte 1977 in seinem Film „Opening Night“ die Geschichte eines alkoholabhängigen Stars erzählt. Dereinst gab Gena Rowlands diese Myrtle Gordon, improvisierte, spielte die Theaterkollegen an die Wand. Nun spielt Filmstar Isabelle Adjani auf der Bühne die zentrale Rolle einer Frau in der Krise der Selbstdefinition und wird zum Opfer eines unmöglichen Projekts: Das Alter besiegen. mehr…


Hiob“ nach Joseph Roth am Burgtheater Wien
Glaubenszweifel eines Toralehrers
Deutschlandfunk Kultur, Fazit – 24.02.2019

Eine chassidische Familie im Aufruhr gegen Kultur und Tradition: Mit Peter Simonischek in der Titelrolle kommt Joseph Roths „Hiob“ im Wiener Burgtheater auf die Bühne. Inszeniert hat der Oberammergauer Passionsspielregisseur Christian Stückl. mehr…


Ein nackter Affe vor der Bücherwand

Foto: Ute Langkafel

Kafka am Gorki-Theater
Der fahrige Affe
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 09.02.2019 → Beitrag hören

Nach seiner ersten Inszenierung am Gorki-Theater im Jahr 2018 befasst sich der in Bosnien geborene Oliver Frljić mit Kafkas „Ein Bericht für eine Akadamie“. Der Affe Rotpeter soll da über seine Menschwerdung berichten. mehr…


Jürgen Holtz spielt Galileo Galilei

Foto: Matthias Horn

Castorf inzeniert Brechts „Leben des Galilei“ in Berlin
Keine überzeugenden Antworten
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 21.01.2019 → Beitrag hören

Die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaften, die Bertolt Brecht in seinem Stück „Leben des Galilei“ schon 1939 stellte, ist heute so aktuell wie nie. Regisseur Frank Castorf scheint dieser Aspekt in seiner Neuinszenierung für das „Berliner Ensemble“ aber höchstens am Rande zu interessieren. mehr…


Das Ensemble im Schachteldekor von "Status Quo"

Foto: Arno Declair

Berliner Schaubühne
Verkehrte Welt der Belästigung
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 19.01.2019 → Beitrag hören

Die Dramaturgin Maja Zade schreibt seit neuestem auch selbst Theatertexte. Die Berliner Schaubühne bringt jetzt „Status quo“ auf die Bühne. Ihr Stück über die Verkehrung der Geschlechterverhältnisse bleibt aber leider ein Theater der Abziehbilder und des aufgewärmten Feminismus der 70er-Jahre. mehr…


Ratloses Europa-Ensemble

Foto: Jean-Louis Fernandez

„I Am Europe“ am Theater Straßburg
Diversität als modische Konvention im Kulturbetrieb
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 17.01.2019 → Beitrag hören
Deutschlandfunk, Fazit – 15.01.2019 → Gespräch hören

In den letzten Jahren hat sich der Europabegriff zunehmend verdüstert. Der Kontinent scheint auseinander zu driften. In seinem neuen Theaterstück „I Am Europe“ für das Nationaltheater Straßburg sucht und findet Autor und Regisseur Falk Richter die Gründe in rechtem Nationalismus und linken Kulturklischees. mehr…


Lepage bei der Probe mit den Akteuren des Théâtre du Soleil

Foto: Michèle Laurent

Lepages „Kanata“ in Paris
Du sollst dir ein Bildnis machen
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 16.12.2018 → Beitrag hören
Tagesspiegel, 20.12.2018 → Artikel lesen

Im Sommer 2018 stand die Produktion vor dem Aus. Nachfahren der indigenen Bevölkerung Kanadas waren gegen ein Projekt des frankokanadischen Regisseurs Sturm gelaufen, der von ihrer Geschichte erzählen wollte, ohne sie in die Arbeit einzubeziehen. Jetzt ist die Arbeit doch noch herausgekommen, eine Co-Produktion mit Ariane Mnouchkines Théâtre du Soleil. mehr...


Benny Claessens doppelt - als Plastik und als lebender Schauspieler

Foto: Birgit Hupfeld

Maxim Gorki Theater
„Salome“ in Cross-Gender-Besetzung
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 04.12.2018 → Beitrag hören

Der Regisseur Ersan Mondtag treibt den Trubel um den Schauspieler des Jahres auf die Spitze: Er lässt Benny Claessens am Berliner Maxim Gorki Theater die orientalische Prinzessin Salome spielen. Mondtag hat sie entsexualisiert und zum puren Material konzeptioneller Spielereien gemacht. mehr…


Kathrin Wehlisch als Hexe

Foto: Matthias Horn

Müllers „Macbeth“ am Berliner Ensemble
Eine Farbe: Rot
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 30.11.2018 → Beitrag hören

Heiner Müllers Version des „Macbeth“ setzt nicht auf den okkulten Grundton der Shakespearschen Vorlage, sondern auf blutige Gewalt und grausiges Mordgeschehen als Kalkül einer kruden Herrschaftslogik. Michael Thalheimer inszeniert dies als theatrale Installation mit einförmiger Ästhetik. mehr…